Sitzendorf

 

 

 

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Sitzendorf ist ein Straßendorf südlich von Messern.

 

Im Jahre 1839 schrieb der Topograph und Historiker Franz Xaver Joseph Schweickhardt in seiner "Darstellung des Erzherzogthums Österreich unter der Ens [sic!]" folgendes über den Ort:

 

"Ein Dorf von 14 Häusern, mit der nächsten Poststation Göpfritz. Zur Kirche und Schule gehört der Ort nach Messern. ... Hier leben in 20 Familien 43 männliche, 43 weibliche Personen und 16 Schulkinder. Der Viehstand besteht aus 22 Ochsen, 11 Kühen, 35 Schafen, 18 Ziegen und 32 Schweinen. Die hiesigen Einwohner sind gut bestiftete Landbauern, deren Gründe aber nur von mittelmäßiger Ertragsfähigkeit sind, und nach der Dreifelderwirtschaft behandelt werden. Sie erzeugen alle vier Hauptkörnergattungen, Hülsenfrüchte, Erdäpfel, Hanf und etwas Klee. Die Viehzucht ist im guten Stande und das Rindvieh gehört zum besseren Landschlage, wird jedoch auf die Weide getrieben. Der Obstbau ist unbedeutend und reicht kaum zum eigenen Bedarfe hin.

Das Dorf liegt flach und frei auf einem mäßigen Berge und hat die Orte Messern und Grub zu Nachbar.

Die Gegend ist übrigens angenehm und bildet jenen schönen Übergang vom Lande zum Gebirge, welcher jedem Freunde der Natur ... ungemein anziehen wird. "

 

 

   Kulturgut:

 

 

 

        Kapelle Außenansicht.jpg Kapelle im Winter (1)Sitzendorf.jpg      Kapelle Einblick 1.jpg Kapelle Altar.jpg Kapelle innen - Kreuz.jpg

 

 

Die Ortskapelle wurde um die Mitte des 19. Jahrhunderts mit vorgebautem Eingangsturm errichtet. Die Apsis ist halbkreisförmig und eingezogen.

 

 

 

                              Marienmarterl.JPG  Leonardimaterl.JPG  Steinkreuz 1.jpg

 

 

Nördlich von Sitzendorf befindet sich an einem Feldweg in Richtung Rothweinsdorf ein Breitpfeiler mit Nische, in der sich eine Marienfigur befindet. Im weiteren Verlauf des Weges thront über Sitzendorf das Leonhardimarterl – ein Tabernakelpfeiler mit abgefastem Schaft. Dieses Denkmal wurde anlässlich einer Rinderpest errichtet. An der Straße nach Messern steht ein Steinkreuz mit Gusskorpus. Daneben ist noch ein Opferstock erkennbar.  

Im Farnbachtal wurde im Jahre 1999 ein neues Pfeilerdenkmal aufgestellt. Gewidmet ist es dem Schutzpatron der Wanderer – dem heiligen Georg – da in diesem Bereich die Pfadfinder viele Jahre ihre Zelte aufschlugen.

2007 wurde an der Stelle des ehemaligen Milchhauses ein neues Holzkreuz mit bemaltem Gusskorpus errichtet. Der Corpus Christi stammt von einem Kreuz, das einst am Kirchensteig bei einem Bründl die Kirchenbesucher beim Durstlöschen an das Leiden Jesu Christi erinnern sollte.

 

 

 

 Quellen: Dehio, Niederösterreich nördlich der Donau, Wien 1990.

          J. Rotter, Bildstockwanderungen im Poigreich und Umgebung, Winkl 2005.